Glossar

salle techniques céramiques

Keramikglossar

Ton: durchlässige, formbare Erde, welche sich für die Herstellung von Keramik eignet.

Keramik: Oberbegriff für alle Objekte, die aus Ton hergestellt und bei einer Temperatur von über 500 °C gebrannt wurden.

Fayence: Irdenware mit einer Glasur, die durch Hinzufügen von Zinnoxid weiss und deckend wird. Diese Technik wurde Ende des 8. Jahrhunderts im Nahen Osten entwickelt. Die weisse Oberfläche der Keramik entstand aus dem Versuch, chinesisches Porzellan optisch zu imitieren. Das Dekor kann bei Fayencen auf zweierlei Weise hergestellt werden: mit Scharffeuerfarben, die direkt auf die Rohglasur aufgetragen werden und in einer oxidierenden Atmosphäre (sauerstoffreich) gleichzeitig mit der Glasur bei einer hohen Temperatur von etwa 1000 °C eingebrannt werden, oder mit Muffelfarben, die auf bereits gebrannte Tonwaren aufgetragen und bei einem erneuten Brand mit Temperaturen zwischen 600 °C und 800 °C angeschmolzen werden. Bei Muffelfarben ist die Farbpalette grösser als bei Scharffeuerfarben. Bei der im 9. Jahrhundert in Mesopotamien erfundenen Lüstertechnik werden die Motive mit einer Mischung aus Metalloxiden (Kupfer und Silber) und Essig auf die bereits gebrannte Glasur aufgebracht. Nach dem Brennen bei 650 °C in einer reduzierenden Atmosphäre (sauerstoffarm) muss der Lüster mit einem harten Stein poliert werden, damit er seinen metallischen Glanz entfaltet.

Feine Fayence: sehr feine, helle Tonwaren, die mit gebranntem Flint und Kalk vermischt und mit einer Bleiglasur überzogen werden. Sie werden bei Temperaturen von 1000 °C bis 1200 °C gebrannt. Diese Art der Keramik wurde im 18. Jahrhundert in England entwickelt. Sie ist erschwinglicher als Porzellan und hat eine cremefarbene Oberfläche, auf die ein Dekor aufgemalt oder aufgedruckt werden kann.

Steinzeug: Keramik aus harter Tonerde mit verschiedener Färbung, die nach dem Brennen bei einer Temperatur von 1200 °C bis 1280 °C verglast. In China wurde Steingut bereits im 7. Jahrhundert hergestellt, in Europa erstmals in Deutschland im 14. Jahrhundert.

Frittenware: Keramik mit sandiger Textur, die reich an Quarz (Sand, Flint oder Quarzpulver) ist und bei einer Temperatur von etwa 1000 °C gebrannt wird. Sie enthält zwischen 60 % und 90 % Quarz, das mit einer geringen Menge Ton vermischt ist. Diese Art der Keramik wurde Ende des 11. Jahrhunderts im Nahen Osten mit dem Ziel entwickelt, das weisse chinesische Porzellan optisch zu imitieren. Die Technik wurde nicht nach Europa importiert.

Porzellan: weisse Verbundkeramik aus einem Gemisch von 50 % Kaolin, 25 % Quarz und 25 % Feldspat. Nach dem Brennen bei einer hohen Temperatur (etwa 1400 °C) verglast das Porzellan, wird durchsichtig und hat beim Anschlagen einen hellen Klang. Um den gewünschten Glanz zu erzielen, wird Porzellan in der Regel mit einer Glasur überzogen, mit einer glasartigen, durchsichtigen oder farbigen Schicht. Es wird als «Hartporzellan» bezeichnet, weil Stahl keine Kratzspuren daran hinterlässt. Das Unterglasurdekor wird direkt auf den Scherben aufgetragen. Überglasuren und Gold werden auf die bereits gebrannte Glasur aufgebracht und anschliessend mehrfach bei niedrigeren Temperaturen gebrannt und fixiert.

Weichporzellan: kaolinfrei, aus einer Mischung von weissem Ton und einer Fritte (Glaswerkstoff) hergestellt. Diese Art von Porzellan wird bei 1000 °C gebrannt und Stahl hinterlässt Kratzer auf der Glasur. Knochenporzellan (auf Englisch Bone China): vorwiegend in Grossbritannien hergestelltes Porzellan, bei dem der Feldspat durch Knochenasche ersetzt wird.

Terrakotta: einfachste Technik der Keramikherstellung, bei der Tonwaren bei niedriger Temperatur (zwischen 500° C und 1000° C) gebrannt werden. Terrakotta bleibt porös und kann mit einer alkalischen oder bleihaltigen Glasur überzogen werden, welche die Keramik undurchlässig macht und ihr Glanz verleiht. Terrakotta wird auch gern mit flüssigen tonbasierten Pasten, sogenannten Engoben, dekoriert, die unter der Glasur auf den Scherben aufgetragen werden.